| Mailänder Spitze - Arbeitsmappe zum Mustertuch |
Die Mailänder Spitze ist eine Bänderspitze, die sich um 1650 entwickelt hat. Wahrscheinlich ist sie als eine Imitation des erheblich wertvolleren und aufwendiger zu arbeitenden venezianischen Gros Point entstanden. Die Bänder sind genauso reich verziert mit verschiedenen Mustern, es gibt aber keine reliefartigen Rippen wie beim Gros Point de Venise.
Die Bänder sind geschwungen und zeigen Blumen- und Blättermotive, aber auch verschiedene Tiere und Wappen.
Anfangs wurde diese Spitze ohne Grund geklöppelt, die Bänder wurden höchstens mit ein paar Stegen oder vereinzelten Ziergründen verbunden.
Daraus wurden in den Folgejahren Gründe mit Flechtern und Picots und
ab 1665 kam ein Maschengrund auf, der ähnlich dem Valenciennesgrund geklöppelt wurde.
Es wurden immer mehr und immer dichtere Gründe verwendet. Dabei nahmen die Verzierungen der Bänder ab.
Im 18. Jahrhundert wurden die Bänder nur mehr mit schlichtem Leinenschlag geklöppelt und die Füllungen im Maschengrund.
Charakteristik:
Rundungen und spitze Ecken
Bandbreite kann variieren zwischen 12 und 20 mm
(bei einfachem Leinenschlag – Band schmäler,
bei Musterung – Band breiter)
reiche Verzierung der Bänder
häufig Blumen- und Tiermotive
Bänder überschneiden sich nicht
Mailänder Spitze arbeitet sich am besten ohne vorgezeichnete Nadelpunkte.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Entdecken der Mailänder Spitze.